Herr Jakob zum Thema Advent […]

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, Herr Jakob pennt, Herr Jakob pennt! – Haha, Herr Jakob, das reimt sich!“
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„Herr Jakob?“
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„Oh, sind Sie tatsächlich eingeschlafen? Oh, pardon, pssst, dann will ich mich mal ganz leise …“
„NEIN.“
„Waaaah, Herr Jakob?“
„Nein, ich bin nicht eingeschlafen! Ach doch, ja, eben kurz, mit Option auf länger, aber dann kamen Sie!!“
„Oh, entschuldigen Sie bitte.“
„Ich werd’s kurz vor Weihnachten noch einmal versuchen. Falls das möglich ist.“
„Ja, äh, natürlich, ich störe dann auch nicht weiter. Aber bis Weihnachten ist es ja noch etwas hin.“
„Hin und her, her und hin. Weihnachten kann mich sowieso mal.“
„Aber Herr Jakob. Jetzt, wo Sie sowieso wach sind im Advent, könnten Sie nicht bis Weihnachten durchhalten?“
„Wozu das denn?“
„Stille Nacht, Heil’ge Nacht, … dabei ließe es sich doch herrlich sanft einschlummern.“
„Ach ja, alles schläft, einsam wacht … “
„Schlafe in himmlischer Ruh!“
„Ich lass‘ mir doch das Schlafen nicht verordnen wie süße Drops!“
„Nein nein, natürlich nicht. Aber den Heiligen Abend erleben, dabei sanft vom Dösen ins Träumen kommen und dann …“
„Sie scheinen dazugelernt zu haben. Das klingt nach Winterschlaferfahrung. Haben Sie’s endlich mal probiert?“
„Äh, ja, so um den ersten Advent herum. Ich bin, äh, auch grad‘ erst wieder aufgewacht.“
„Na bitte! Na endlich!“
„Ja!! Toll war’s!“
„Sehen Sie! Und was machen Sie den Rest vom Advent? Warten, bis Sie wieder einschlafen können? Wollen Sie es vielleicht direkt hier versuchen?“
„Äh, nein, lieber nicht, ich möchte den Advent nicht ganz verschlafen.“
„Sondern lieber Kerzen anzünden, wie alle anderen Deppen. Es sich gemütlich machen, hah. Als ob es irgendwo gemütlicher sein könnte, als im Bett und überhaupt im Schlaf.“
„Ach, so mit Kerzen und Adventsdekoration … und hin und wieder ein Plätzchen, vielleicht eine Tasse Tee …, also das gefällt mir alles sehr. Überhaupt hat die Adventszeit doch so etwas, also wie soll ich das sagen, so etwas …“
„Heimeliges.“
„Ja, genau!“
„Haha, Sie glauben, Sie könnten wieder wie ein kleines Kind voller Erwartung auf das ganz große Ereignis hinleben, das ja zuverlässig immer kommt so kurz vor dem Jahresende. Also Tannenbaum, fettes Essen, Geschenke, noch mehr Plätzchen und das ganze Brimbamborium. Und dann machen wir es uns alle gemütlich! Oh Gott, mich schaudert’s.“
„Ja aber! Das hat doch was. Wenn alle zusammenkommen, friedlich und fröhlich, der Baum hell strahlt im Wohnzimmer, die Lieder klingen …“
„Oh ja, auch die schlimmste Einladung ist mal vorbei!“
„Nun, es mag vielleicht den ein oder anderen geben, wo man denkt, der müsste jetzt nicht unbedingt auch noch dabei …“
„Die Schwiegermutter, der verblödete Neffe, die ständig quasselnde Schwägerin, jaja, mein Lieber, sehen Sie mal der Realität ins Auge! Und da wollen Sie im Advent drauf hinleben?“
„Ja!! Unbedingt! Das ganze Brimbamborium, alle an einem Tisch, hell leuchtende Kerzen, leckeres Essen, die kurzzeitige Hoffnung, man könnte auch friedlich miteinander weiterleben – das will ich alles keinesfalls verschlafen!“
„O du fröhliche!“
„Ach, Herr Jakob, ein Romantiker sind Sie nicht gerade.“
„Die himmlischen Heere jauchzen bei mir auch im Traum, dafür muss ich nicht wach sein.“
„Versuchen Sie’s mal!“
„Pfff….“
„Herr Jakob?“
„Pffffchhhrr…“
„Jetzt sind Sie doch eingeschlafen …“
„Pffffffchhhrrpfffffffchhrrrrrrr …“